Bienengift


Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift,

allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist.“



Paracelsus

 


 

 

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Die Nutzung und Heilwirkung von tierischen Giften, wie Schlangen- oder Bienengift sind seit Jahrtausenden bekannt. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, wie Paracelsus schon richtig erkannte. Hier einige Informationen zu diesem interessanten Thema.

Bitte beachten Sie unbedingt die Warnhinweise und Disclaimer!

 

 

Herkunft


Bienengift (Apitoxin) entsteht durch die sich in der Giftblase der Honigbiene sammelnden Sekrete, der beiden im Hinterleib befindlichen Drüsen (eine alkalische, eine saure).

Es wird gebildet, wenn die Bienen im „Innendienst“ tätig ist. Als Wächterin, später Sammlerin hat sie in der Giftblase 0,3 mg flüssiges Gift. Pro Stich wird ca. 0,1 mg Gift injiziert. (1- Dr. Stangaciu)

Bienen stechen nur aus Selbsterhaltungstrieb. Denn mit dem Stich verlieren sie meist ihr Leben, da der Stachelapparat in der Haut steckenbleibt, herausgerissen wird und die Biene dadurch verendet.

Bienengift wird durch Reizung mittels einer elektrischer Drahtstromfalle gewonnen. Bei dieser Methode bleiben die Bienen am Leben.



Inhaltsstoffe des Bienengiftes


Bienengift ist eine Mischung verschiedener Proteine, Peptide, Enzyme, aktiver Amine (Histamine), Lipide und Aminosäuren. Melittin ist mit 50 % der Hauptbestandteil. Melittin ist ein stark basisches Polypeptid mit einer linearen Kette von 26 Aminosäuren. Es wirkt entzündungshemmend, ist 100mal stärker als Cortison und hat eine Zellschutzfunktion bei Entzündungsreizen.

Ein weiterer Bestandteil ist Apamin, ein Polypeptid mit 18 Aminosäuren. Apamin steigert die Cortisolproduktionin der Nebennierenrinde.

Desweiteren enthält Bienengift Adolapin, welches entzündungshemmend und schmerzstillend durch Hemmung der Cyclooxigenase Enzyme wirkt. Der Bienengiftbestandteil, das Enzym Phospholipase A2, verursacht einen Entzündungsreiz und wirkt gerinnungshemmend und durchblutungsfördernd.

Desweiteren enthält es das Enzym Hyaluronidase, Wasser, Histamine wie Dopamin, Noradrenalin, Leukotrien u. a.(1- Dr. Stangaciu)



Pharmakologische Eigenschaften d. Bienengiftes


Bienengift wirkt nach dem Reiz-Reaktionsprinzip der physikalischen Medizin. Durch Heilreize an z.B. Akupunkturpunkten wird das Immunsystem stimuliert, moduliert und inhibiert.

So werden die Abwehr- und Regenerationsmechanismen angeregt.

Durch den Wirkstoff Adolapin wirkt Bienengift entzündungshemmendund schmerzstillend. Dabei wirkt es 100 x stärker als Hydrokortison. Es ist also cortisonbildend.

Seine Inhaltsstoffe wirken antibakteriell (z.B. gegen Staphylococcus aureus, Streptoccocus pyogenes, E. Coli,Typhus, Salmonella Typhi, Bacillus brevis), bakterienhemmend (bakteriostatisch auf Mycobacterium phlei, Cholera (vibrio cholerae), antiviral, antimykotisch und fungizid (allerdings nicht bei Penicillium u. Mucor).

Die Reaktion des Körpers auf das Bienengift bewirkt eine Senkung des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels. Gleichzeitig verdünnt es das Blut, wirkt antikoagulant und hämoglobinbildend. Dadurch hat es durchblutungsfördernde und gefäßerweiternde Eigenschaften. Es stärkt Herz, Kreislauf, Nervensystem, Muskeln. Auch wirkt es eindämmend auf übermässige Zellteilung (zytostatisch). Alkohol und Propolis hemmt seine Wirkung. (1- Dr.Stangaciu)



Gegenanzeigen


WICHTIG: Eine Bienengifttherapie darf nur durch in Apitherapie spezialisierte Ärzte/ und/oder Allergologen erfolgen!!!

Es darf keine Bienengifttherapie (BGT) bei Personen erfolgen, die darauf nicht vorbereitet und aufgeklärt sind.

Die Gegenindikation bei einer Behandlung mit Bienengift ist eine Bienengiftallergie. Daher muß in jedem Fall immer vorher ein Allergietest gemacht werden.

Nochmals: eine Bienengifttherapie darf nur durch in Apitherapie spezialisierte Ärzte/ und/oder Allergologen erfolgen!!!



Bienengift – Allergische Reaktion


Die größte Gefahr bei einem Bienenstich ist die einer allergischen Reaktion.


Im normalen Fall wird durch die Injektion von Bienengift das Immunsystem sensibilisiert. Die Hirnanhangdrüse wird stimuliert und die Nebennieren schütten Cortisol aus. Es findet eine Überproduktion von Antikörpern statt und eine Sensibilisierung. Die Mastzellen werden sozusagen scharfgestellt.


Bei einer allergischen Überreaktion koppelt das Bienengift an die Antikörper, das Immunsystem explodiert, biochemische Stoffe werden frei und eine allergischen Reaktion tritt auf. Die Reaktionen lassen sich in 3 Stadien einteilen.


Das erste Stadium ist eine leichte Überempfindlichkeitsreaktion. Die Symptome hierbei sind eine lokale Rötung u. schmerzhafte Entzündung an Einstichstelle, Schwellungen und später Juckreiz.


Bei einer Reaktion der mittleren Stärke, des zweiten Stadiums, reagiert der Körper nicht mehr nur lokal, sondern als Ganzes mit Herzrasen, Übelkeit , Atembeschwerden, Frieren, Schüttelfrost, Hautausschlag, Darmproblematiken.


Bei einer sehr starken Reaktion (Stadium 3-4) kommt es zu einem anaphylaktischen Schock (glücklicherweise nur bei bis zu ca 2% der Bevölkerung). Die schweren Symtome treten sehr schnell innerhalb einer halben Stunde nach dem Stich auf. Es kommt zu einen Kreislaufkollaps, zu Benommenheit. Die allergische Person hat Schluckbeschwerden, die Luftröhre schwillt an und es tritt schwere Atemnot auf. Die Reaktion kann zum Schock bis zur Ohnmacht und dann zum Atem -und Herzstillstand führen. Hier besteht akute Lebensgefahr und es muß ein sofortiger Notruf des Rettungsdienstes erfolgen! 

Menschen, die wissen, das sie starke Allergiker auf Bienengift sind, sollten ein solches Notfallmedikament vor allem in den Sommermonaten stets in der Nähe haben.(15 - Dr.Stangaciu, Apitherapiesymposium Berlin, 2013)

Bienenprodukte sind auch Allergene und können im Einzelfall allergische Reaktionen auslösen (insbesondere Bienengift). Daher sollte der Rat eines fachkundigen Arztes eingeholt werden, der eine qualifizierte Diagnose stellen und Behandlungsempfehlungen treffen kann.


Die auf dieser Webseite gegebenen Informationen dienen ausschließlich zur Information und Wissenserweiterung. Sie sind kein Aufruf oder Anleitung zur Selbstmedikation und Selbstbehandlung. Sie dürfen nicht zur Eigendiagnose und/oder Eigenmedikation verwendet werden.


Für ausführliche Informationen besuchen Sie auch die Seite des Deutschen Apitherapiebundes e.V.

www.apitherapie.de