Geschichte der Apitherapie


Es ist anzunehmen, daß es schon seit Menschheitsbeginn Beziehungen zwischen Mensch und Biene gibt. Denn selbst starke Bären lassen sich nicht vom Diebstahl der köstlichen Energiequelle Honig abhalten, und bezahlen damit mit schmerzhaften Stichen in ihre empfindlichen Nasen.

Unseren Urahnen in der Frühzeit ging es da sicher nicht anders. Honig hatte einfach zu wertvolle Eigenschaften, um nicht ein Risiko einzugehen.

Bienen sind viel älter als wir Menschen. Der älteste Bienenfund, eine fossile Biene Cretotrigona prisca, die in Bernstein eingeschlossen ist, wird auf ein Alter vonca. 75 bis 92 Millionen Jahrendatiert. Interessant daran ist, daß es sich bei dieser Gattung auch schon um eine staatenbildende Art handelt.

Der Mensch nutzt schon seit der Steinzeit Honig als Süßungs- ,Konservierungs -und Heilmittel.

Eine 8000 Jahre alte Höhlenmalerei aus den Cuevas de la Arana bei Valencia in Spanien zeigt eine Jägerin, die Honig aus einer Höhle erntet. Die ästhetische Form dieser wunderschönen Malerei könnte fast aus der Feder eines zeitgenössischen Künstlers stammen.

Seit dem 7. Jahrtausend vor Christus gibt es Hinweise auf eine systematische Haustierhaltung der Bienen in Anatolien mit der Absicht Honig und Bienenprodukte zu gewinnen.

(3. -http://www.bienenwiki.de/wiki/index.php?title=Geschichte_der_Imkerei)

DieIndianer betrieben seit 6000 Jahren v.u.Z. Bienenzucht und verwendeten den Honig als Nahrungs -und Heilmittel und die Propolis zur Behandlung von Wunden.

Schon auf alten mesopotamischen Tontafeln wurden Angaben über die Heilwirkung von Honig gefunden. (4.- Potschinkova,1999, S.12)

Am bekanntesten ist die systematische Bienenzuchtund Verwendung von Bienenprodukten im Alten Ägypten. Die Biene wurde verehrt und als ein heiliges Tier angesehen. Zahlreiche altägyptische Hieroglyphen berichten über die Verwendung der Bienenprodukte. Die konservierende und keimtötende Wirkung der Propolis und des Honigs wurde zur Einbalsamierung von Mumien genutzt. Ein Papyruskalender, der auf ca. 1550 v. Ch. datiert wird, beschreibt die Heileigenschaften des Honigs und des Bienenwachses, die als diuretisches (wasserausleitend) Mittel, bei Magen- und Gallenkrankheiten und Wunden benutzt wurden.

In China, Indien und Griechenland setzte man Honig als Gegengift bei Vergiftungen ein. Der berühmte griechische Arzt Hippokrates (460-370 v. Chr.) beschreibt die desinfizierenden, ausleitenden und kräftigenden Eigenschaften des Honigs und setzte diesen bei Magen- und Darmkrankheiten und Leberleiden ein. Außerdem war er der Auffassung, daß Honig das Leben verlängere.(4.- Potschinkova,1999, S.12)

Propolis gehörte zur Ausrüstung der Militärärzte des Burenkrieges, sowie der russischen Ärzte während des 2. Weltkriegs(12.- Nowottnick, 2003, S.18).

Die Germanen pflegten die Honigwein-und Honigbierherstellung seit 3000 Jahren. Es ist eines der ältesten mittel- u.nordeuropäischen Kulturmerkmale. Der Name Met stammt aus dem altindischen „Madhu“ und bedeutet Honig, süßer Trank, auf althochdeutsch „metu“.

(5.-Stangaciu/Hartenstein, 2004, S.28)

Die Germanen verfügten über verschiedene Brautechniken und stellten unterschiedlich schmeckende und wirkende Gebräue her. Der Honig war neben vielen anderen Zutaten, zum Beispiel Getreide, Brot, Malz, bitteren, desinfizierenden und aromatisierenden Kräutern, eine essentielle Zutat. In der Edda, der nordischen Mythologie raubt der Schamanengott Wotan (Odin) den Honigwein, den Trank der Götter, um ihn den Menschen zu schenken - als Getränk zur Stärkung und Quelle der poetischen und prophetischen Begeisterung und Inspiration. Er war in sämtlichen alten heidnischen Kulturen heilig und wurde als Trankopfer und zur kollektiven Berauschung rituell genutzt, um mit den Göttern in Kontakt zu treten. (6. - Rätsch, 2005, S.93)

Die Wikinger vermieden Skorbut bei ihren weiten Fahrten mit einem Honigwein-Pollengemisch.

Der Naturheilpraktiker Sebastian Kneipp, obwohl selbst erklärter Alkoholgegner, sah ihn mit etwas nüchternden Augen: „Met tut viel Gutes, bewirkt einen guten Appetit, fördert die Verdauung, reinigt und stärkt den Magen, schafft ungesunde Stoffe weg. Der Körper wird befreit von dem was ihm nachteilig ist. Seine Wirkung ist sehr günstig auf das Blut, alle Körpersäfte, die Nieren, Blase, weil er überall reinigt, ausleitend wirkt und auflöst. Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides, Gesundheit und hohes Alter, verdankten sie besonders ihrem Met.“ (5.- Stangaciu/Hartenstein,2004, S.28)

Dr. Philipp Terc, (1844 – 1917) war ein Vater der modernen Apitherapie.

Er veröffentlichte im Steirischen Bienenvater 1908 eine Schrift mit dem Titel „Die Beziehung des Bienenstiches zum Rheuma und zur entstellenden Gelenksgicht“.

Dr. Bodog Beck veröffentlicht sein Buch „Therapie mit Bienengift“ in Jahr 1935.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in vielen Ländern wie der ehemaligen UdSSR, Rumänien, China und vielen anderen, die wissenschaftliche Erforschung der Bienenprodukte vorangetrieben. Nach 1965 unterstützte APIMONDIA viele Forschungen und trug die Ergebnisse in die Öffentlichkeit.

(1- Stangaciu)