Honig

 


Ein Blumenglöcklein vom Boden hervor
war fröhlich gesprossen im lieblichen Flor.
Da kam ein Bienlein und naschte fein -
die müssen wohl beide füreinander sein.



Johann Wolfgang von Goethe

 

Warum ist Honig so kostbar?

 

Industriell hergestellter Zucker ist ein Vitamin- und Kalziumräuber. In der Raffinerie wird der Zuckerrübe alles entzogen, was nicht reiner Zucker ist. Zurück bleibt ein Zweifachzucker, den der menschliche Körper nur unter Einsatz von Vitaminen und Kalzium verwerten kann. Honig hat einen niedrigeren Glykämischen Index als Zucker.

 

Mit Honig tut sich unsere Verdauung viel leichter: Seine Hauptbestandteile neben Wasser sind Fruchtzucker und Traubenzucker, beides Einfachzucker, welche der Organismus schnell verwertet. Dazu liefert Honig rund 180 weitere wertvolle Stoffe.

 

 

Herkunft und Sorten von Honig

 

Honig ist das natürlichste und unverarbeiteste Lebensmittel tierischer Herkunft.

Honig kann pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein.

Die Honigbienen sammeln Nektar (ein wässriges, zuckerhaltiges Sekret) aus den Blütenkelchen der Pflanzen und Bäume oder Honigtau. Honigtau ist die klebrige, zuckerhaltige Ausscheidung von blattsaugenden Insekten (Aphiden). Diese Substanzen werden mit Speichel und anderen körpereigenen Sekreten angereichert und in der Honigblase gesammelt. Im Bienenstock angekommen wird der Nektar von der Honigsammlerin an die Stockbienen übergeben und in der sogenannten Futterkette immer wieder umgearbeitet, um letztendlich in die Honigwaben eingelagert zu werden. Dort reift und lagert der bald fertige Honig. Die Bienen fächeln, um dem Honig das Wasser zu entziehen. Ist der Wassergehalt gering genug, so um die 18-20 %, werden die Waben mit frischen Wachs, wie bei einem Aromaverschluß, verschlossen.

Man kann also grob zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig unterscheiden.

Blütenhonige, die vollständig oder überwiegend aus dem Nektar einer bestimmten Trachtpflanze stammen werden Sortenhonige genannt. Für die Apitherapie besonders interessant sind Sortenhonige wie Robinienhonig, Lindenhonig, Thymianhonig u.s.w. Sie weisen sehr typische Merkmale auf und enthalten z.B. die wertvollen ätherischen Öle der Trachtpflanzen, die schon auf ihre medizinische Anwendung schließen lassen. Waldhonige sind Honigtauhonige, da sie aufgrund ihrer spezifischen Zusammensetzung und Herkunft bestimmte, ihnen typische Merkmale aufweisen. (1- Dr.Stangaciu)


Honigsorte

Eigenschaften

mögliche Anwendungsgebiete

Robinie (Akazie)

wenig Säure, niedriger Glykämischer Index,
wie Manuka

Sodbrennen, Magen-Darmbeschwerden,
Diabetes, Wundbehandlung

Blüten(misch)honig

kräftigend, schmerzlindernd,
entgiftend, Leber stärkend

Allergien, Heuschnupfen,
vegativer Erschöpfung

Lindenblütenhonig

schweißtreibend, reiz-lindernd, appetitanregend,
desensibilisierend

Erkältungen, Husten, Stirnhöhlenentzündung, Kopfschmerzen, Pollenallergie

Waldhonig/
Honigtauhonig

entzündungshemmend,
höherer Gehalt an Mineralstoffen und Flavonoiden, antioxidativ,entschlackend,
immunstimulierend,
abführend

Entzündungen d. Atemwege, Erkältungen, Nervosität, Dickdarmerkrankungen, durch Giftstoffe verursachte Krankheiten,
Hautkrankheiten
Entzündliche und degenerative Krankheiten

Edelkastanie

kreislaufanregend

stärkt Blutgefäße

Heidehonig

eisenhaltig, kräftigend, stabilisierend,harntreibend

Niere, Blase

Kleehonig

beruhigend, entkrampfend

Rheuma, Gicht

Rapshonig

beruhigend, ausgleichend

Anspannung, Leber-u. Atemerkrankungen

 

 

Inhaltsstoffe des Honigs


Obwohl Honig aus mehr als 2.500 verschiedenen Pflanzenquellen stammen kann, besteht jeder Honig aus

  • Wasser (Gehalt zw.17-20 %),

  • Kohlenhydrate/Zucker (70-80 %), dieser aus Fruktose (38,2%),Glukose (31,28%), Saccharose (gewöhnlicher Zucker 1,31 %), Maltose und andere reduzierende Disaccharide (7.31%) und höhere Zucker (1,5%),

  • Pollen (bis zu 5 %),

  • organische Säuren, Gluconsäure, Apfel-Citronen-Milchsäure

  • Hormonen, wie Azetylcholin (unterstützt Herztätigkeit u. Nervensystem)

  • Mineralstoffe (allen voran Kalium, Kalzium, Natrium, Magnesium, Kieselerde, Eisen, Kupfer, Mangan, Chlor, Phospor, Schwefel)

  • Aromastoffe

  • Vitamine: B1, B2, B6, C, Pantothensäure, Nikotinsäure, Folsäure, Biotin

  • Inhibide (Flavonoide, sind antibakteriell wirkende Stoffe)

  • Stickstoffverbindungen wie

    - Fermente (stoffwechselfördernde Enzyme) wie Amylase, Invertase, Diastase und Katalase

    - Aminosäuren (Eiweißbausteine)

Die Beistoffe wie Fermente, Hormone, Säuren, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Inhibide und Duftstoffe haben einen Anteil von ungefähr 3,2 %.

Der Honigtauhonig, wie z.B. Waldhonig enthält mehr Mineralstoffe, ätherische Öle und hat ein stärkeres Aroma als andere Honigsorten.

(1.- Dr. Stangaciu, AIK-Onlinekurs, www.apitherapie.de), (4. – Potschinkova,1999,Seite 66-67)


 

Merkmale des Honigs


Bienenhonig hat sehr viele einmalige und interessante Eigenschaften, die für die Apitherapie sehr bedeutsam sind. Honig eben nicht gleich Honig ist.

Die Merkmale des Honigs werden durch die verschiedenen Zucker, Säuren, Mineralstoffen, Stickstoffverbindungen, Vitamine und Farb-und Aromastoffe bestimmt, welche wiederum von diversen Faktoren wie z.B. Witterungsverhältnisse, Herkunft des Nektars/Honigtaus beeinflußt werden.

Bienenhonig kann geprüft und unterschieden werden nach seinen sensorischen, physikalischen und chemischen Charakteristika.

Honig, der für die Apitherapie genutzt wird, muß höchsten Qualitätstandarts entsprechen und als Arzneimittel unter besonderen hygienischen Bedingungen schonend geerntet, verarbeitet und gelagert werden. (1- Dr. Stangaciu)


 

Pharmakologische Eigenschaften des Honigs

 

Unser Wissen um die Zusammenhänge der Wirkungen der Inhaltsstoffe und Charakteristika der Bienenprodukte macht es möglich auf ihre Wirkungsweisen zu schließen.


Als ein lebendiges Nahrungsmittel mit einer großen Menge an Bioenergie ist Honig eine ausgezeichnete Energiequelle. Der Körper benötigt keine zusätzliche Verdauungsenergie. Die Kohlenhydrate des Honigs verbrennen leicht und vollständig und gehen sofort ins Blut über. Die Zellen können sofort mit Energie versorgt werden. Es ist das beste Energiemittel für alle Muskeln, auch dem Herzmuskel. Er wirkt anabolisch. Durch den niedrigen Glykämischen Index wird Bauchspeicheldrüse weniger belastet als bei weißen Zucker. Der Blutzuckerspiegel steigt nicht so schnell an, bzw. stürzt schnell wieder ab (wie bei Haushaltszucker), sondern bleibt länger konstant.

Honig unterstützt und fördert den Stoffwechsel und wirkt antioxidativ. Er stärkt und stimmuliert das Immunsystem und unterstützt es bei der Überwindung von Erkältungskrankheiten.

Das große Spektrum seiner Inhaltsstoffe wie Bioflavonoide, Enzyme, etc. und seiner Eigenschaften wie niedriger pH-Wert, Fette, Eiweiße und hohe Osmolarität bedeuten karge Lebensbedingungen für Bakterien und Viren. Sie wirken direkt und indirekt antibakteriell, antibiotisch (vielfältiges Spektrum) und antimikrobiell (z.B. Streptococcus mutans). Seine Bioflavonoide wirken entzündungshemmend.

Der hohe Fruktoseanteil (vor allem in Akazienhonig) erhöht das Energieniveau der Leberzellen. Eine Verbesserung der Leberfunktion wiederum hilft dem Körper sich von ungewünschten und schädlichen Stoffen zu reinigen und zu entschlacken.

Die osmolytische Eigenschaft fördert den Flüssigkeitsaustausch zwischen den Körperzellen und bewirkt eine bessere Kommunikation, da auch Schad-und Abbaustoffe besser gebunden und entsorgt werden können.

Honig befeuchted die Schleimhäute und hemmt zugleich die Besiedelung der Schleimhäute mit pathogenen Keimen durch seine antibakteriellen, antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Dadurch wirkt er sehr positiv auf viele innere Organe, wie Mund-Rachen, Magen-Darm, Lunge oder Niere, für die eine gesunde Schleimhaut essentiell ist. So regelt er die Darmflora und wirkt abführend und entgiftend. Es ist ein natürliches Hustenmittel (Antitussivum). Durch seine Zusammensetzung hat er antikariogene Eigenschaften.

Seine keimhemmenden Eigenschaften sind eine natürliche Barriere gegen Bakterien und fördern die Wundheilung selbst schwer zu heilender Wunden. Durch seine osmothischen Fähigkeiten wird das Wundwasser aufgesaugt, die Wunde von Eiter gereinigt und pathogene Stoffe über das Lymphsystem abtransportiert. Die Enzyme stimulieren die Regeneration und Gewebeneubildung. So wundert es nicht, daß er oft bei schwer heilenden Wunden wie offenen Beine, Verbrennungen oder Wundliegen Anwendung findet. (Medihonigpflaster). Hier kommt er sogar bei schweren Fällen zu erstaunlichen Heilerfolgen.

Er ist auch als eine hervorragende Trägersubstanz sehr nützlich. Da nicht nur seine ihm eigenen Inhaltsstoffe der Gesundheit förderlich wirken, sondern auch etliche andere Stoffe durch die fettemulgierende Wirkung seiner Säuren besser aufgenommen und vertragen werden, z.B. die von Heiltees oder Mediamenten.

Schließlich bewirkt Honig allein durch seine Süße eine positive Reaktion durch Ausschüttung von Endorphinen und beruhigt das vegative Nervensystem, was sich wiederum auch wieder positiv auf die Psyche und das Allgemeinbefinden auswirkt. (1- Dr. Stangaciu)



Honig – Gegenanzeigen


Die bedeutendste Kontraindikation für Honig ist Diabetes. Diabetiker sollten daher die Einnahme von Honig immer mit ihrem Arzt absprechen! Im Allgemeinen kann - unter ärztlicher Aufsicht – 8-9 g pro Tag, also ungefähr 1 Teelöffel eingenommen werden. 20g Honig entsprechen 1,5 BE. Kastanien- und Akazienhonig sind wegen ihres hohen Fruchtzuckeranteils zu empfehlen.

Desweiteren sollte von einer Einnahme von Honig im Falle einer sehr seltenen Honigallergie oder Unverträglichkeit abgesehen werden. Eine Honigallergie kann sich äußern durch: Bauchschmerzen, Durchfälle, Nesselsucht, Atemnot. (1-Stangaciu) Kinder unter einem Jahr dürfen gar keinen Honig verabreicht bekommen.


Bienenprodukte sind auch Allergene und können im Einzelfall allergische Reaktionen auslösen (insbesondere Bienengift). Daher sollte der Rat eines fachkundigen Arztes eingeholtwerden, der eine qualifizierte Diagnose stellen und Behandlungsempfehlungen treffen kann.

Die auf dieser Webseite gegebenen Informationen dienen ausschließlich zur Information und Wissenserweiterung. Sie sind kein Aufruf oder Anleitung zur Selbstmedikation und Selbstbehandlung. Sie dürfen nicht zur Eigendiagnose und/oder Eigenmedikation verwendet werden.


Für ausführliche Informationen besuchen Sie auch die Seite des Deutschen Apitherapiebundes e.V.

www.apitherapie.de