Propolis - die Hausapotheke der Bienen


Herkunft


Propolis leitet sich ab von dem lateinischen „Pro“- Vor und von „Polis“ der Stadt, also „vor der Stadt“.

Die Bienen sammeln das klebrige, zähe Kittharz im Frühjahr und Herbst von den Knospen der Bäume, Rinden und Sträuchern. Sie versetzen es mit körpereigenen Drüsensekreten und Wachs.

Für die Bienen ist Propolis ein echter Allround-Stoff. Sie benötigen sie für Ausbesserungs -und Isolierarbeiten im Bienenstock, zur Desinfektion, zum Schutz vor Feuchtigkeit, Eindringlingen wie Mäusen, Pilzbefall, Viren, Bakterien und Infektionen. Propolis gibt ihnen auch bedingten Schutz vor radioaktiver Strahlung.

Eine äußerst wichtige Eigenschaft ist ihre desinfizierende Wirkung. Die Bienen überziehen alles im Bienenstock mit einer hauchdünnen Schicht dieser Masse. Denn wo im Sommer 40.000 - 60.000 Bienen auf engsten Raum zusammenleben und ständig hinein und hinausgeflogen wird, da muß peinliche Sauberkeit herrschen!

Die Ernte von Propolis im Frühjahr und Herbst erfolgt mit speziellen Gittern, die vom Imker aufgelegt werden.



Inhaltsstoffe der Propolis


Die Propolis ist ein Stoff mit einer hochkomplexen Zusammensetzung. Bisher wurden über 300 verschiedene Bestandteile entdeckt. Längst sind noch nicht alle Inhaltsstoffe identifiziert.

Die Inhaltsstoffe schwanken je nach Herkunft der Propolis.

Die quantitativen Bestandteile sind zu 50-85 % aus Harz-und Balsamstoffen, zu etwa 10-50 % aus Bienenwachs. Sie hat einen Anteil von etwa 10 % ätherischen Ölen, 5-15 % Pollen, 5 % Fettsäuren, Terpenen, 5-10 % Gerbstoffen, Sekretionen d. Speicheldrüsen und 5-10 % mechanischen Bestandteilen.(3- Potschinkova,1999, S.37)

Qualitativ setzt sich Propolis zusammen aus: vielen Mineralstoffen u. Spurenelementen (u.a. Eisen, Kupfer, Kalzium, Silizium, Mangan, Zink, Selen, Magnesium), Vitaminen, z.B. B1 (Thiamin), B3, B5 (Nicotinsäure), Vitamin A und E, Flavonoiden, Flavonen und Flavanonen, Polyphenolen, Carbonsäuren, Estere, Benzoesäure, Querzitin, Galangin, Prolin, Rutin, Zimtsäure und deren Derivaten, Salizylsäure, Caffeinsäure und ihre Ester, Phenolsäuren u.a. Säuren, Terpenen, Phenolen und Aminosäuren. (1- Dr. Stangaciu)



Eigenschaften der Propolis


Ihr Farbe und die physikalischen Eigenschaften sind abhängig von der geografischen und pflanzlichen Herkunft. Zum Beispiel ist das Propolis von der Erle gelb, von der Roßkastanie rötlich, von Pappel braun, von der Birke schwarz, und aus Brasilien kommt die grüne Propolis. Der Geschmack ist säuerlich bis bitter und scharf.

Der Geruch bei Propolis aus Europa ist angenehm süßlich, würzig. Propolis aus Litauen duftet nach Zimt. Beim Verbrennen duftet das Kittharz aromatisch und würzig. Je niedriger die Temperatur ist, desto spröder und härter ist das Kittzharz. Während es bei 30°C noch weich, formbar und klebrig ist, wird es bei 60-70°C flüssig. (1- Dr. Stangaciu)



Pharmakologische Eigenschaften der Propolis


Die vielfältigen Inhaltsstoffe der Propolis lassen schon die breiten pharmakologischen Eigenschaften der Propolis erahnen. Fast möchte man die Propolis als einen Tausendsassa und Hausapotheke bezeichnen.


Die Haupteigenschaft ist die starke antibakterielle, antimikrobielle, antibiotische(auch auf säureresistente Mikroorganismen) und antiviraleWirkung (u.a.Herpesviren; TBC- Mycobacterium-Tubercolis; Trichomonaden-vaginalis,- Gallinae,- Microti; Staphyloccous Aureus; Streptokokken; Coli, Salmonella Typhi; Heliobacter Pylori). Dafür verantwortlich sind u.a. Flavone, und Flavonoide, die aromatischen Carbonsäuren, deren Estere (Benzoinsäure, p-Coumarinbenzylester, p-Coumarinbenzylestersäure, Kaffeinsäure), Derivate der Zimtsäure (wirkt gegen Bacillus subtilis, Bacillus cereus, Eschericha coli), Kaempferid, Benzolsäure, Quercitin, Lectin, Isopentylferulat, Kumarinsäure, Pinocembrin, heteroaromische Verbindungen und andere flüchtige Bestandteile.

Desweiteren wirkt sie antimykotisch und antiparasitär (Anti-Candida-Wirkung durch Pinocembrin, Cinnamyliden-Essigsäure; u. gegen Aspergillus und Trichomonas-vaginalis-Befall).

Propolis wirkt entzündungshemmend, desinfizierend und antiseptisch (Kaffeinsäure, Akacetin, Bisabolol). Laut einer Oxford Studie ist die entzündungshemmende (antiphlogistisch) Wirkung doppelt so hoch wie bei Aspirin. Sie wirkt lokal anästhesierend und schmerzstillend (Pinocembrin, Pinostrobin, Estere d. Kaffeinsäure), sogar 5,2 x mehr als Novocain und 3,5 x mehr als Kokain (4- Potschinkova,1999, S.38).

Sie wirkt antioxidativ und entgiftend. Sie hilft den Entgiftungsmechanismen der Niere, Leber, Gallenblase, Lungen, Haut und des Dickdarms.

Sie hat starke das Immunsystem modulierende- u. stimmulierende Wirkung. Wenn also das Immunsystem überreizt ist, wirkt die Propolis beruhigend, ist es zu schwach, so wird es stimmuliert. Damit hat sie anti-allergische Eigenschaften. Sie reguliert bzw. blockierend Histamin. Das Querzitin wirkt auf Thymusdrüse.

Durch ihre vielen Mineralstoffe und Bioflavonoide nährt, tonisiert und mineralisiert Propolis den Körper. Der würzige Geruch und Geschmack wirkt sich antidepressiv, entspannend und krampflösend (spasmolytisch) aus.

Da die Bienen sich mit ihr vor Feuchtigkeit schützen, wirkt Propolis feuchtigkeitsabweisend, trocknend und zusammenziehend (adstringierend).

Sie hat sehr starke regenerative und wundheilende Kräfte. Ihre Balsamstoffe lindern und stimmulieren die Narben-, Kollagen- und Elastinbildung.

Die Brüchigkeit und Durchlässigkeit der Kapillargefäße wird vermindert und so werden die Kapillarwände stabilisiert. Sie übt eine trocknende, antiödematöse Wirkung aus und stärkt die Zellmembranen.

Sie wirkt blutdrucksenkend und cholesterinsenkend (hilft dem Galle-Leber-System) und vermindert die Lust zum Rauchen und zum Trinken.

Ihre anticlavus Eigenschaften sind nützlich bei Warzen und Hühneraugen. Sie hat eine verklumpende und blutstillende Wirkung.

Von großer Bedeutung sind auch ihre anti-tumoralen und anti-leukämischen Eigenschaften (Tumorzytotoxizität oder Inhibierung). Propolis schützt den Körper, seine Organe, Gewebe und Zellstrukturen. 

Propolis intensiviert die Phagozytose (die Aufnahme von Fremdkörpern (z.B. Bakterien) oder körpereigenen Abbauprodukten durch Phagozyten mit anschließendem intrazellulären Abbau). Außerdem stimmuliert sie die Zellteilung(Mitose), den Aufbau von Kollagen und Elastin und stimmuliert die Zellatmungin den Mitochondrien. Es kommt zu einer Verstärkung der Proteinbiosysnthese und zu einer Stimmulierung der zellzerstörenden Wirkung der Lymphozyten und schließlich zur Hemmung des Wachstums von Krebszellen. (1- Dr. Stangaciu). Die Propolis verändert die Barriere für die Selbstzerstörung der Krebszelle (Apoptose). So wird die Krebszelle wieder vom Immunsystem erkannt und kann zwischen den gesunden und den Krebszellen unterscheiden und diese beseitigen. (10. - Prof. Dr. Bengsch, Apitherapiesymposium Berlin 2013)


Ihre vielseitige, durch die Herkunft, sich ständig verändernde Zusammensetzung, ist ihre Stärke. Selbst längere Anwendung führt nicht zur Ausbildung von Resistenzen von Bakterien. Da die Propolis sich in ihre Zusammensetzung immer wieder unterscheidet, haben Bakterien es schwer  Resistenzen auszubilden.


Propolis hat eine gute kombinierte Wirkung mit üblichen Antibiotika und bewirkt sogar eine Steigerung der antimikrobiellen Aktivität (bei Penicillin, Streptomycin, Tetracyclin um Faktor 10-100).(4- Potschinkova,1999, S.39)



Propolis – Gegenanzeigen


Propolis ist ein natürlicher und allgemein gut verträglicher Stoff, der im Vergleich zu vielen chemischen Mitteln keine Nebenwirkungen hat.

Propolis ist aber auch ein Allergen und kann bei ca 3% der Menschen, die mit ihr oder gewissen Inhaltsstoffen der Propolis in Kontakt kommen (wofür vor allem der Stoff Prenylkaffeat verantwortlich ist) Allergien auslösen. Daher sollte vor einer Einnahme immer erst ein Test auf Überempfindlichkeit erfolgen und mit niedrigen Dosen begonnen werden. Nach dem Absetzen oder Meiden der Substanz verschwinden die Symptome wieder. (1- Stangaciu)

Bienenprodukte sind auch Allergene und können im Einzelfall allergische Reaktionen auslösen (insbesondere Bienengift). Daher sollte der Rat eines fachkundigen Arztes eingeholtwerden, der eine qualifizierte Diagnose stellen und Behandlungsempfehlungen treffen kann.

Die auf dieser Webseite gegebenen Informationen dienen ausschließlich zur Information und Wissenserweiterung. Sie sind kein Aufruf oder Anleitung zur Selbstmedikation und Selbstbehandlung. Sie dürfen nicht zur Eigendiagnose und/oder Eigenmedikation verwendet werden.


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www.apitherapie.de